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Wochenmarkt

Auf dem Weihnachtsmarkt in Hamburg Harburg

Die Chocolatiére Königin vom Wochenmarkt

Wochenmarkt

Vom Rechtsanwaltsbüro zur Landküche Thal in der sie viele verschiedene Köstlichkeiten herstellte, über Bürotätigkeit für den Landesverband hin zur Chocanya mit köstlichen süßen Angeboten, hat sich Astrid T. (64 Jahre) heute Chocolatiére und Wochenmarkthändlerin immer wieder neu erfunden.
Marktstories fragt nach, wie es zu dieser ganz besonderen Karriere kam.

Wie sind Sie zur Schokolade gekommen?
Während meiner Ausbildungszeit zur Rechtsanwaltsgehilfin besserte ich meine Ausbildungsvergütung in einer Konditorei auf. Hier eignete ich mir Grundkenntnisse in der Pralinen- und Schokoladenherstellung an und begeisterte mich sehr dafür. In meiner Ausbildungskanzlei lernte ich sodann einen Jurastudenten kennen, mit dem ich einige Zeit nach meiner Ausbildung und als er sein Examen bestanden hatte, eine Rechtsanwaltskanzlei gründete und eine Weiterbildung zur Rechtswirtin begann. So blieb keine Zeit mehr für einen Nebenjob in der Konditorei und meine erworbenen Kenntnisse schliefen ein. Ende 2014 beendete der Tod meines langjährigen besten Freundes und Arbeitgebers nach 30 Jahren unsere Zusammenarbeit und die Rechtsanwaltskanzlei wurde abgewickelt. Ich war Mitte 50, hatte viele neue Jobangebote, aber keine Lust mehr zur Juristerei.Etwas Bürotätigkeit für den Verband war und ist in Ordnung, aber mein Plan war die Selbständigkeit und ich gründete die Landküche Thal, als Kleinunternehmen mit der Herstellung vieler kleiner Delikatessen.
Meine Liebe zur Schokolade war unverändert und ich übte das Pralinieren zunächst nur als Hobby aus, spielte nun aber auch mit dem Gedanken, Pralinen und Schokoladen professionell herzustellen und zu verkaufen. Nach vielen Seminaren bei weltweit angesehenen Chocolatiers, so auch auf der Chocolate Academy Köln, erweiterte ich Mitte 2019 die Landküche um Pralinen und Schokoladen. Schnell wuchs dieser Bereich und die Landküche rückte in den Hintergrund. Pralinen und Schokoladen machen heute den größten Teil meines kleinen Unternehmens aus.
Sie stellen die Süßigkeiten alle selbst her. Ist das schwierig?
Wenn man weiß wie es geht, nicht (lacht). Schokolade ist eine Diva und ein sehr komplexes Thema. Das kann ich nicht kurz und einfach erklären. Nur so viel: es kommt auf die Temperatur an. Schokolade muss temperiert werden, damit sie glänzt und knackt. Hier gelten unterschiedliche Temperaturen: Zartbitter zum Beispiel wird auf 45 Grad erhitzt und dann auf die Verarbeitungstemperatur von 32 Grad heruntergekühlt, wofür es verschiedene Methoden gibt.
Was muss man können?
Wie ich bereits oben erwähnt habe, man muss wissen, wie man Kuvertüre temperiert. Ferner muss man die einzelnen Zuckerarten kennen und auch richtig einsetzen. Zucker dient nicht nur dem Geschmack, sondern ist auch für die Haltbarkeit einer Praline von großer Wichtigkeit. Die Zutaten der Ganache (Pralinenfüllung) wie zum Beispiel Sahne, Butter, Kuvertüre, Früchte usw. sollten ausgewogen sein, also im richtigen Verhältnis zueinanderstehen, damit Haltbarkeit, Geschmack und Haptik der Praline perfekt sind. Auch muss der Wassergehalt stimmen (AW-Wert). Bei einem zu hohen AW-Wert ist eine Praline höchstens eine Woche haltbar. Bei einem sehr geringen AW-Wert wie z.B. bei Nougat, Marzipan oder Karamell besteht eine Haltbarkeit von mindestens sechs Monaten. Außer bei diesen Dreien sind meine Pralinen ca. sieben Wochen nach Herstellung haltbar. Es sind also sehr viele Komponenten zu beachten, um lebensmittelsichere Produkte herzustellen.
Das klingt sehr kompliziert, bitte erzählen Sie unseren Lesern wie man eine Praline herstellt.
Für die Hohlkörper der Pralinen verwende ich Polycarbonatformen, die in regelmäßigen Abständen Mulden enthalten. Zuerst „schminke“ ich die jeweiligen Mulden mit gefärbter temperierter Kakaobutter (Lebensmittelfarbe). Sobald die Kakaobutter fest ist fülle ich die jeweilige Form großzügig mit temperierter Kuvertüre aus, so dass auch alle Ränder gleichmäßig mit Kuvertüre bedeckt sind. Nun drehe ich die Form auf den Kopf und lasse die überschüssige Kuvertüre wieder in meine Schüssel ablaufen. Dabei bleibt eine dünne Wand an der Form haften. Sobald die Kuvertüre erstarrt ist, befülle ich die so entstandenen Pralinenhohlkörper mittels eines Spritzbeutels mit selbst kreierter Ganache, Nougat oder Marzipan bis kurz unter den Rand und lasse die so befüllte Pralinenform über Nacht ruhen. Zum Schluss werden die Pralinen mit temperierter Kuvertüre verschlossen.
Was muss man beachten, wenn man selbst hergestellte Pralinen auf dem Wochenmarkt verkaufen möchte?
Eine Ausnahme von der Meisterpflicht bildet der Wochenmarkt, weil er kein stehendes Gewerbe ist. Aber ab dem Moment, wo der Kunde per Telefon oder Mail eine Bestellung aufgeben möchte, befindet man sich im stehenden Gewerbe und die Meisterpflicht greift wieder. Es ist ein schwieriger Grad, um sich rechtskonform zu bewegen. Aber auch wenn der Wochenmarkt eine Ausnahme für den Verkauf darstellt, muss man trotzdem ein Gewerbe anmelden und alle lebensmittel- und auszeichnungstechnischen Erfordernisse erfüllen, damit die Lebensmittelkontrolle sowohl in der Produktionsstätte, als auch auf dem Wochenmarkt keine Beanstandungen hat. Hobbymäßig zuhause ein paar Pralinen zu basteln, um sie dann auf dem Wochenmarkt zu verkaufen, ist so einfach also nicht möglich. Es müssen immer die lebensmitteltechnischen und rechtlichen Regeln eingehalten werden.
Würden Sie interessierten jungen Menschen dazu raten, sich mit selbst hergestellten Süßigkeiten selbstständig zu machen und kann man davon seinen Lebensunterhalt bestreiten?
Diese Fragen sind schwer zu beantworten. Ich kann meinen Lebensunterhalt davon nicht bestreiten und habe meine Firma als Kleinunternehmen im Nebenerwerb angemeldet. Ob man sich egal womit auch immer selbstständig machen möchte, muss jeder selbst für sich entscheiden. Im Bereich Süßigkeiten wartet niemand auf ein neues Unternehmen, weil die Konkurrenz durch die großen Unternehmen sehr stark ist. Nicht bei der Qualität, sondern im Preissektor. Der Kunde schaut heute eher auf den Preis, als auf die Qualität. Gute Schokolade und Pralinen brauchen kein Palmöl, kein Butterreinfett, kein Kakaopulver, keine fremden Öle oder überdimensioniert viel Zucker. Qualitativ hochwertige Schokolade besteht nur aus Zucker, Kakaomasse und Kakaobutter. Mehr braucht es nicht, außer bei Vollmilchschokoladen noch Vollmilchpulver. Diese hat aber auch den entsprechenden Preis, der für manche leider unerschwinglich ist.
Welche Verkaufsschienen bedienen Sie und auf welchen Wochenmärkten bzw. an welchen Veranstaltungen nehmen Sie teil?
Ich handele im 14-Tages-Rhythmus samstags auf dem Wochenmarkt in Langenhorn. Ferner bin ich der Gemeinschaft Vier- und Marschlande Querbeet beigetreten, die aus ca. 30 kleinen produzierenden und inhabergeführten Betrieben aus unserer Region besteht. Zweimal im Jahr öffnen wir unsere Betriebe und bieten diverse Aktionen an. Ich habe mich einem Imker aus Leidenschaft (elbgelb) angeschlossen. Auf dessen Hof erkläre ich nicht nur die Herstellung von Schokolade, sondern verkaufe dort auch meine Pralinen. Beim Erntefest in Worth trifft man mich an sowie auch auf dem Weihnachtsmarkt beim Milchhof Reitbrook. Auch nutze ich das Angebot unserer WAGS Hamburg Events GmbH und verkaufe meine Pralinen und Schokoladen eine Woche lang in einer Aktionshütte auf dem liebevoll gestalteten Harburger Weihnachtsmarkt. Dieses Jahr bin ich vom 02.-09.12.2024 dort.
Ist es richtig, dass Sie an einem internationalen Wettbewerb für Schokolade teilgenommen haben?
Das ist richtig. Im Rahmen meiner Zusammenarbeit mit der Imkerei Elbgelb bei den Querbeet-Aktionswochenenden habe ich eine Honigkaramell-Praline entwickelt. Diese Praline habe ich bei den International Chocolate Awards, dem renommiertesten Wettbewerb im Pralinen- und Schokoladenbereich, eingereicht. Die Wettbewerbsbedingungen sind recht schwierig gehalten, weil neben dem Wettbewerb der einzelnen Produzenten auch dafür gesorgt werden soll, dass nur Schokolade in bester Qualität gehandelt wird. So musste ich u.a. den Herstellungsnachweis meiner Kuvertüre führen, d.h. von welcher Plantage mein Kakao bezogen wird. Bio-Zertifizierung, Fairtrade und weitere Zertifikate waren gern gesehene Voraussetzungen. Alles zusammen stimmte bei „meinem“ Kakaobauern auf Madagaskar. Auch wenn ich den Kakaobauern nicht persönlich kenne, die Bienen für den Honig schon. Es ist also eine rundum perfekte Praline entstanden, mit der ich sowohl die Silbermedaille (Silver Award) als auch eine Auszeichnung für hervorragendes Handwerk (Craft Award) erhalten habe. Mein Honigkaramell ist also in jeder Hinsicht ausgezeichnet. 
Wir gratulieren Ihnen zu dieser tollen Auszeichnung! Das wissen sicher auch Ihre Kunden zu schätzen!
Was bedeutet Ihnen Ihre derzeitige Arbeit und mit welchen beruflichen Themen setzen Sie sich zurzeit auseinander?
Jede meiner Tätigkeiten bringt mir Spaß, ob es Pralinen und Schokolade sind oder aber die Arbeit im Landesverband und bei der WAGS Hamburg Events GmbH.
Im Bereich Schokolade treiben mich die extrem gestiegenen Kakaopreise um. Ich habe mittlerweile eine Preissteigerung von 100%, die ich an meine Kunden nicht in voller Höhe weitergeben kann. Ich war aber auch schon gezwungen, meine Preise zu erhöhen. Im Dezember werde ich wohl leider ein weiteres Mal erhöhen müssen. Hochwertige Schokolade entwickelt sich zum Luxusobjekt. Die Industrie wird hier mit billigen Rohstoffen gegensteuern. Eine Entwicklung, die mir nicht gefällt.
Beim Landesverband machen mir die rückläufigen Mitgliederzahlen Sorge. Ich kann einfach nicht verstehen, warum sich nicht jeder Wochenmarkthändler in unserem Berufsverband organisiert. Die Arbeit des Landesverbandes findet mit der Vielzahl von Ehrenamtlichen im Stillen statt. Wenn es den Verband mangels Mitgliedern eines Tages nicht mehr geben sollte, kümmert sich keiner mehr darum, die Wettbewerbsfähigkeit der Wochenmärkte zu erhalten. Dann ist das Geschrei groß, (aber dann ist es zu spät).
Wie schätzen Sie die Zukunft der Wochenmärkte in 10 Jahren ein und wie sieht Ihre geschäftliche Planung aus?
Die Wochenmärkte werden sich verändern, weil sie sich an der Nachfrage am Kunden und des einzelnen Standortes orientiert. Entscheidend sind auch die politischen und bürokratischen Rahmenbedingungen sowie die Auflagen, unter denen die Wochenmarktbetriebe ihr Auskommen erwirtschaften müssen. Es muss sich schon lohnen! Die Entwicklung des Wochenmarkthandels werde ich genau beobachten und mich dementsprechend entscheiden, ob und bis wann es sich für mich lohnt.
Mit wem würden Sie gerne mal über „Gott und die Welt“ diskutieren bzw. wen würden Sie gern mal kennenlernen?
Ich würde schon sehr gerne einmal mit einem Verantwortlichen unserer Regierung darüber diskutieren, warum die wichtigen Interessen der Wirtschaft so wenig im Fokus stehen. Denn was den mittelständischen und kleinen Unternehmen mittlerweile abverlangt wird, ist kaum noch zu leisten. Warum wird der Mittelstand und die vielen Kleinunternehmen einem Großunternehmen gleichstellt? Warum immer wieder neue unsinnige Verordnungen wie LUCID (Verpackungsverordnung) erlassen werden, die eigentlich nur Großunternehmen betreffen? Es sollte Ausnahmeregelungen für kleine Betriebe geben. Warum muss dieser ganze Bürokratisierungsirrsinn mit Aufzeichnungspflichten sein? Warum möchte man steuerzahlenden Bürgern ihren hart erarbeiteten Wohlstand nehmen? Hier ganz explizit die Wärmepumpe für Bestandsimmobilien. Warum …? Ich hätte so viele Fragen…
Haben Sie einen Wunsch, eine Vision für die Zukunft?
Helmut Schmidt sagte einst "wer Visionen hat sollte zum Arzt gehen". Ich muss ehrlich gestehen, dass ich von der derzeitigen, aber auch vorherigen Regierung derart desillusioniert bin, dass mir Visionen fehlen. Deshalb wünsche ich mir einfach nur, dass es meiner Familie, insbesondere meinen Eltern und unseren Kindern, Schwiegerkindern und Enkelkindern weiterhin gut geht und zu guter Letzt meinem Mann und mir noch ganz viele gesunde und glückliche Jahre zusammen.

Vielen Dank für das umfassende Gespräch und weiterhin viel Erfolg mit ihrer Verbandsarbeit und ganz besonders mit den verführerischen, süßen Köstlichkeiten!
BGB im November/Dezember 2024

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Alice Fink-Kriehn brennt begeistert seit 61 Jahren für den Wochenmarkt

Glückwunsch zu über sechs Jahrzehnten auf dem Wochenmarkt

Wochenmarkt

Die Obfrau und Fischhändlerin Alice Fink-Kriehn (78) feierte inzwischen, nämlich am 3. November 2024, ihr 61jähriges Arbeitsjubiläum auf dem Wochenmarkt! Auf dem Wochenmarkt Hamburg Wählingsmarkt, den es seit 1981 gibt, sind heutzutage 15 bis 20 Händler tätig, früher waren es doppelt so viele, erzählt Obfrau Alice. Nach einer Schwächephase habe sich der Standort erholt,

was auch besonders an der engagierten Marktmeisterin liegt. Wir machen dort 3 bis 4 x Aktionen im Jahr zu Ostern, ein Sommerfest, im Herbst und zu Weihnachten. Das funktioniert gut, da die Gemeinschaft der Wochenmarkt Händler hier sehr gut ist und jeder darum weiß, wie wichtig es ist mit besonderen Angeboten und Attraktionen die Kunden zu umwerben. Traurig sind die Händler aktuell, dass Bio Holger vom Arpshof nicht mehr kommt. Die stundenlangen Verzögerungen durch den Elbtunnel haben ihn, der aus Niedersachsen nach Hamburg kam, so zermürbt, dass er aufgegeben habe!
Wie kam es zu dieser langen Wochenmarktkarriere?
Alice ist gelernte Kosmetikerin, durch ihre erste große Liebe ist sie zum Wochenmarkt gekommen. Klaus handelte mit Blumen, sie lernte ihn mit 16 Jahren kennen und heiratete im Alter von 18 Jahren. Fortan war sie Mitglied in einer großen Marktfamilie, denn alle 9 Geschwister von Klaus arbeiteten auf Wochenmärkten. Alice machte mit, zunächst im Blumengeschäft, damals noch mit Tisch und Plane. Doch nach einer Krankheit wurde klar, dass es so nicht weitergehen konnte und Alice und Klaus versuchten gemeinsam zu arbeiten, doch das ging nicht gut und Alice startete allein mit einem Imbiss durch. Ihre Familie wuchs derweil um 2 Söhne (heute 56 und 60 Jahre alt), die ihr 4 Enkelkinder und 2 Urenkel bescherten. Alice hat das große Glück, dass Enkelsohn Nico (31) bereits in ihrem Fischgeschäft mitarbeitet und es auch übernehmen wird. Nach dem Tod ihres geliebten Ehemanns Klaus, den sie neben all der Arbeit 15 Jahre aufgrund einer Krebserkrankung pflegte, tat sie sich später mit Ralph Fink zusammen, der im Fischgeschäft unterwegs war. Sie legten ihre Geschäfte, den Imbiss und das Fischgeschäft zusammen und verbanden sich auch privat in Alices 2. Ehe. Leider wurde auch Ralph, durch einen erlittenen Schlaganfall, jäh aus dem aktiven Arbeitsleben gerissen und Alice pflegte ihn sieben Jahre neben ihrer Arbeit. Das ist inzwischen auch schon fast acht Jahre her, sinniert sie. Doch jammern oder murren kennt sie nicht, denn "meine Arbeit und der Wochenmarkt sind mein Leben – ich bin zufrieden", sagt die heute 78jährige Alice fröhlich. "Mein Tag beginnt um 2 Uhr morgens, dann fahre ich gemeinsam mit meinem Enkel auf den Hamburger Fischgrossmarkt. Dort kaufen wir die Ware ein, um dann gemeinsam an drei Wochentagen und 1 x 14tägig Wochenmärkte zu beschicken".
Was war früher anders?
Damals gab es hier auf diesem Markt drei Fischhändler. Wir konnten sogar unsere Verkaufsstände nebeneinander aufstellen und hatten trotzdem alle ein gutes Geschäft. Der Einbruch kam meines Erachtens vor 10 bis 15 Jahren. Meine ältere Kundschaft starb einfach weg und zudem wurde hier im Umkreis viel gebaut. Dort zogen junge Leute ein, die tagsüber arbeiten gehen und somit nicht auf den Wochenmarkt kommen. Marktkollegen blieben weg, oder fielen aus, nicht zuletzt auch wegen Nachwuchsproblemen. Übrigens, ein Abendmarkt löst in dieser Gegend das Problem nicht, meint sie.
Was macht einen funktionierenden Wochenmarkt aus?
Es steht und fällt mit unserer Marktmeisterin. Sie sorgt für einen reibungslosen Start und Abbau des Marktes. Anfallende Themen zum Beispiel rund um die Sicherheit werden von ihr bearbeitet und ihr zusätzliches Engagement bei unseren Sonderveranstaltungen, hier auf dem Wochenmarkt Wählingsallee, ist bemerkenswert. Der Zusammenhalt zwischen uns und den Kollegen ist einfach gut. Schön wäre es, wenn die ständig neu aufkommenden Regeln und Verordnungen für Markthändler eingedämmt würden. Sie sind extrem belastend und erschweren jungen Menschen den Zugang zum Marktgeschäft. Wir könnten mehr positive Unterstützung gebrauchen. Außerdem brauchen wir natürlich Kunden, die unser Marktangebot und unsere Arbeit schätzen und schließlich mit ihrer Treue belohnen.
Vielen Dank für das Gespräch und Ihnen alles Gute für weitere schöne Arbeitsjahre. BGB

Text und Fotos©Barbara Gitschel-Bellwinkel

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Bei mir kommt nichts aus der Tüte

Das Dream-Team aus Hamburg Wandsbek

Wochenmarkt

Eigentlich wollte ich ganz weit weg, auf den Weltmeeren unterwegs sein, erzählt Thomas B. - Ein Besuch bei Ulrike und Thomas B.
Ulrike B.(58) kommt aus dem Altem Land, hat das Bäckerhandwerk gelernt und nach der Ausbildung das Fachabitur gemacht, um dann, Ökotrophologie zu studieren. Vor der 3,5jährigen Studiumszeit jobbte sie bei der Schiffslinie TT in der Küche. Dort hat sie Thomas kennen- und lieben gelernt. 1991 wurde geheiratet und schon 1992 haben sie sich gemeinsam selbständig gemacht. Inzwischen arbeitet und lebt das Powerpaar seit 37 Jahren zusammen.

Thomas B. (60) hat das Schlachterhandwerk in Neugraben gelernt, aufgewachsen ist er in einem Schlachterhaushalt in Hamburg Wandsbek. Nach seiner Ausbildung trat er seinen Dienst bei der Bundeswehr an und arbeitete dort für eineinhalb Jahre in der Küche. Es brachte ihm so viel Spaß, dass er von einer Karriere als Schiffskoch auf einem Kreuzfahrtschiff träumte. Folgerichtig heuerte er bei der TT Linie an und arbeitete zunächst als Schlachter. Das Schicksal nahm jedoch eine etwas andere Richtung ein, besonders als er sich in die junge Ulrike verliebte, die zur gleichen Zeit auf dem Schiff jobbte. Koch wollte Thomas immer noch unbedingt werden und zog von 1987 – 1989 seine Umschulung durch, allerdings nicht auf einem Kreuzfahrtschiff, sondern im Hamburger Nobel-Restaurant La Fayette. Es gefällt ihm dort und er erhält eine sehr gute Ausbildung, wobei der Schiffstraum stets in seinem Hinterkopf blieb.
Die berufliche Wende zeichnete sich durch ein familiäres Ereignis ab. Thomas Elternhaus mit dazugehöriger Schlachterei wurde von seiner Mutter mit dem Stiefvater bewohnt bis dieser im Jahr 1989 stirbt. Der Betrieb war bereits vorher vom Pächter der Schlachterei in die Insolvenz gegangen und alles Inventar war verkauft. Zurück blieb die Mutter, die ihren einzigen Sohn fragt, was nun werden solle.
Thomas und Ulrike steckten ihre Köpfe zusammen und beratschlagten. Sie entschieden sich füreinander und für einen gemeinsamen neuen Berufsstart in Thomas Elternhaus. Die Idee mit frischen Salaten Wochenmärkte zu beschicken wurde geboren. Damit setzen sie gewissermaßen eine Tradition fort, da Thomas Mutter und Stiefvater auf Wochenmärkten ihre Schlachterprodukte verkauft hatten. Ulrike schaute ihrerseits auf positive Erfahrung zurück, die sie auf dem Hamburger Fischmarkt gesammelt hatte. Koch Thomas und Ökotrophologin Ulrike testeten und testeten verschiedene Salate. Diese lassen sie von Freunden und Bekannten probieren. So kreierten und tüfftelten sie bis das erste Sortiment frischer Salate zusammengestellt war.
Bis heute bereitet Thomas alle Salate selbst zu und macht inzwischen auch wöchentlich wechselnde Mahlzeiten zum Mitnehmen. Dazu hat er sich im Elternhaus alles perfekt eingerichtet mit einem Vorkühlraum, Kühlhaus und allen erforderlichen Gerätschaften in der Küche. Er leistet noch richtige Handarbeit, schnippelt und schneidet alle Zutaten selbst, darauf legt er sehr großen Wert. Auch gibt es keine Fertigprodukte in seinen Salaten, so arbeitet er schon jahrelang ganz im Sinn der Nachhaltigkeit! Den Einkauf der Ware und den Verkauf der Salate auf den Wochenmärkten erledigt Ulrike, mit großer Freude!  Stolz sind sie beide darauf in ihrem gemeinsamen Berufsleben nur einmal Schulden gemacht zu haben, nämlich für das Auto und den Anhänger für den Wochenmarkt. Das ist zum Glück schon lange her, sagt Thomas erleichtert. Zur Familie von Ulrike und Thomas zählen eine Tochter (25), sie studiert Arbeits-und Organisationspsychologie und ein Sohn (28), er studiert Umwelttechnik. Die spätere Übernahme des elterlichen Betriebs ist für die Kinder keine Option. Im folgenden Interview erzählen Ulrike und Thomas gemeinsam und abwechselnd:

Welche Produkte verkaufen Sie?
Wir haben heute 70 frische Artikel im Angebot, anfangs waren es nur 40. Hinzu kommen noch Frikadellen, mit Schafskäse gefüllt oder mit Kräutern handgerollt/ummantelt und jeweils ein Mittagsgericht zum Mitnehmen (Essen to go) und dann noch Wraps, oder die beliebten Schüttelbecher unter Sauce, das ist zum Beispiel ein Salat mit Rucola, Tomaten und Schafskäse. Sowohl Thomas als auch Ulrike kommen auf 70-80 Stunden Arbeitszeit per Woche.

Stellen Sie ihre Produkte selbst her?
Ja, und zwar alles. Von Trendprodukten wie Antipasti, Rote Beete mit Birnen und Walnüssen hin zu Kartoffelsalaten, Krautsalat und Fischsalaten.
Außerdem koche ich ca. 100 Portionen Mittagsgerichte per Woche. Mir gefällt es sozusagen „frei nach Schnauze“ zu kochen, da muss ich mich allerdings etwas zügeln, denn die Kunden möchten bei Standardsalaten und Gerichten die exakt gleiche Rezeptur, also Geschmackswelt, erleben.

Was bedeutet Ihre Arbeit für Sie?
In erster Linie Spaß: Ulrike liebt den Verkauf und die Gespräche auf dem Markt. Thomas liebt das Kochen.

Mit welchen beruflichen Themen setzen Sie sich zurzeit auseinander?  
Mit administrativen Dingen wie den Kältelisten, die werden vom Verbraucherschutzamt kontrolliert und zwar muss 4 x per Wochenmarkttag wie folgt protokolliert werden:
1. im Kühlhaus, 2. im Anhänger, 3. danach auf dem Wochenmarkt, 4. zum Schluss nochmals, wenn man wieder zurück ist im Lager/Kühlhaus. Unglaublich, oder?

Mussten Sie ihre Preise erhöhen?
Ja, Anfang 2023, wir hatten zum Glück dadurch keinen Kundenrückgang.

Sind sie in einem Berufsverband organisiert?
Wir sind seit Beginn unserer Selbständigkeit im Landesverband des Ambulanten Gewerbes und der Schausteller Hamburg e.V. und damit sehr zufrieden.

Was erwarten Sie von ihrem Berufsverband?
Hilfestellung und dazu können wir sagen, dass Präsident Wilfried Thal sie immer kompetent und gern leistet.

Auf wie vielen Wochenmärkten arbeiten Sie? 
Auf 3 Wochenmärkten und zwar 2 x in Langenhorn am Dienstag und Sonnabend und am Freitag in Fuhlsbüttel. Anfangs waren wir auf 8 Märkten.
Kurze Zweifel, ob wir mit unserem Wochenmarktgeschäft richtig entschieden hatten kamen damals auf, als Ulrike von ihrem ersten Wochenmarkt-Tag zurückkam und sich weinend zu Hause hinsetzte, weil sie nur 28 D-Mark eingenommen hatte und davon 23 D-Mark Standgebühr bezahlen musste. Unser Durchstehvermögen und die konsequente Verwendung frischer Produkte haben bestimmt geholfen, dass wir es bis heute geschafft haben.

Haben Sie Freude an ihrem Beruf und würden Sie heute wieder so entscheiden?
Thomas sagt, er würde gleich als Koch starten und es dann bleiben, den Wochenmarkt würde er ohne Ulrike nicht machen wollen. Ulrike ist süchtig nach dem Wochenmarkt, meint er lächelnd. „Der Wochenmarkt ist für mich wie meine zweite Familie“, fügt Ulrike hinzu.

Würden Sie jungen Menschen zu diesem Beruf raten?
Zum Kochberuf ja, aber nur in sehr guten Restaurants sollte die Lehre stattfinden. Der Wochenmarkt hat keine große Zukunft, es wird stetig weniger, meint Thomas. Man sollte Idealist sein und viel arbeiten wollen, das kommt außerdem hinzu.

Wie schätzen Sie die Zukunft der Wochenmärkte in 10 Jahren ein?
Wochenmärkte sollten zeitgemäßer werden. Zum Beispiel neue Marktzeiten von 15-18 Uhr kommt den heutigen Bedürfnissen entgegen. Morgens ist nicht viel los, dafür laufen Nachmittagsmärkte besser, meint er und hat hier seine Käuferzielgruppe besonders im Blick.

Was bedeutet geschäftlicher Erfolg für Sie und hatten Sie damals Förderer/Unterstützer? 
Erfolg ist für uns 2 x im Jahr Urlaub machen zu können, denn wir reisen gern mit dem Wohnmobil, wie z.B bei unserer Hochzeitsreise von San Francisco nach Key West. Erfolg ist auch, dass alle Rechnungen bezahlt werden und dass wir unsere Kinder problemlos großgezogen haben. Thomas berichtet: Unsere Förderer sind meine Mutter und mein Opa, denn von ihnen wurde das Haus gebaut in dem wir wohnen und arbeiten. Mein Stiefvater hat alles für den Wochenmarkthandel umgebaut, wie die Garage für den Verkaufshänger. Wir hatten also gute Startbedingungen.

Wie haben Sie die Corona-Pandemie erlebt?
Problemlos sowohl geschäftlich, als auch privat.

Hat sich ihre Arbeit und ihr Leben nach der Corona-Pandemie verändert?
Ja, einige neue Kunden kamen hinzu – also gibt’s seitdem noch mehr Arbeit.

Ganz persönlich… haben Sie noch Zeit für ein Hobby?
Ulrike macht Line-Dance, Thomas spielt Tischtennis; gemeinsam gehen sie gern gut essen, wobei Thomas immer wieder Neues erkundet und sehr gern testet.

 Meine Lieblingsmusik ist…..
Thomas: Rolling Stones, ACDC, Tom Petty

 Mein Lieblingsbuch ist …..
Thomas: es gibt Etliche, ich lese gern John Grisham und Sebastian Fitzek.

Mit wem würden Sie gern mal über "Gott und die Welt" diskutieren bzw. wen würden Sie gern mal kennenlernen?
Thomas: mit Keith Richards von den Rolling Stones. Ich habe seine Biographie gelesen, bin beeindruckt und hätte noch einige Fragen.

Haben Sie einen Wunsch für die Zukunft?
Thomas: Für das Geschäft wünsche ich mir, dass es noch lange gut geht und es möglich wird die Arbeit auf zwei Tage die Woche zu kürzen. Privat würde ich gern mit Ulrike drei Monate mit Wohnmobil durch USA reisen; allerdings müssen wir uns wohl beeilen, da es nicht mehr so gemütlich und ursprünglich ist, wie es früher war, meint er. Und außerdem genug Geld zu verdienen, um davon leben zu können, denn wir wussten schon damals, dass wir mit unserem Geschäftsmodell nicht reich werden können.

Aber glücklich??
JA.

Danke für das umfangreiche Gespräch und alles Gute für die Zukunft.
Das Gespräch führte Barbara Gitschel-Bellwinkel.

Fotos©Barbara Gitschel-Bellwinkel

Das Bäckerpaar Harald und Sabine aus Marne

Der Konditor von der Küste

Wochenmarkt

Harald K., 61, ist verheiratet mit Sabine 56, sie wohnen in Marne und haben zusammen drei Töchter. Harald ist gebürtiger NRWler. Er wollte gern Koch lernen, wurde aber wegen des damals geltenden Jugendschutzgesetzes abgelehnt (späte Arbeitszeiten). Also lernte er Konditor und startete nach absolvierter Bundeswehrzeit seine Berufslauflaubahn. Noch immer wollte er gern den Beruf des Kochs erlernen, denn er dachte auf diesem Weg könne er auf einem Schiff anheuern und so die große weite Welt entdecken. Das Schicksal hatte einen anderen

Plan für ihn und ein gut bezahlter Saisonjob im Konditorhandwerk führte ihn auf die Insel Föhr. Dort begeisterte ihn seine Tätigkeit in einem Cafe und er erweiterte seine Ausbildung und wurde Konditormeister. In der kurzen Freizeit, die ihm im Sommer blieb lernte Harald die gelernte Hotelfachfrau Sabine kennen. Zunächst sahen sie sich selten, eigentlich nur sonntags, wegen der unterschiedlichen Arbeitszeiten.
Erst im Winter, als die Saison auf der Insel beendet war, kam man sich näher. Sie blieben zusammen und schmiedeten Pläne für die gemeinsame Zukunft mit Familie. So geschah es, dass seine Kinder alle im Januar Geburtstag feiern, denn im Sommer haben Insulaner, keine Zeit zum Kinderbekommen, führt Harald lachend aus. Gleichzeitig wuchs der Traum der Selbständigkeit immer stärker in Harald heran, was Sabine unterstützte. Auf Föhr war ein solches Unterfangen zu teuer und als er ein Angebot für eine Cafe-Übernahme in Marne entdeckte, nahmen sie das Angebot an, verließen die Insel und legten 1999 los.

Im Zuge des allgemeinen Problems des Innenstadt-Sterbens schlossen sie 2016 das Cafe, aber nicht um beruflich aufzugeben, sondern um sich neu aufzustellen. Bereits 2009 nahmen sie die Einladung zur Grünen Woche auf dem Schleswig-Holstein-Stand ihr Konditoren-Handwerk zu präsentieren an. „Wir hatten überhaupt keine Vorstellung wie das funktionieren könnte, aber es gelang in einer sogenannten "Hummerbude" mit nur 2x2 m Platz. Auf der einen Seite der Bude präsentierte ich die Torten-Backkunst und auf der anderen Budenseite wurde der Verkauf von Sabine organisiert. Der damalige Ministerpräsident Schleswig- Holsteins Harry Peter Carstensen schnitt die von mir mit ihm gemeinsam gebackenen Torte im Schleswig-Holstein Umriss quer durch, woraufhin die Presse am Tag titelte Ministerpräsident Carstensen teilt das Land; erzählt Harald noch immer belustigt darüber.

Die Grüne Woche gefiel ihnen, so dass sie mehrmals teilnahmen und hier die Idee zur Beschickung von Wochenmärkten entstand, ihr neuer Geschäftszweig. Harald kaufte den ersten Anhänger 2010 und es war klar, dass der Weg aus Marne herausführt und zwar nach Hamburg. Hier erschlossen sich die Kremers Zug um Zug ihre neue Kundschaft. Los gings auf dem Wochenmarkt in Blankenese mit Sahnetorten und besonders großen Kuchen. Die Nachfrage nach Brot und Brötchen war enorm und so arbeitet sich Harald in die Geheimisse des Bäckerhandwerks ein. Heute hat er jeweils 9 Brot- und Brötchensorten in seinem Sortiment. Er beschickt mit 4 Verkaufsanhängern inzwischen 15 Wochenmärkte von Dienstag bis Sonnabend in Hamburg, beschäftigt 4 Mitarbeiter in der Backstube in Marne und 5 Mitarbeiter im Verkauf. Hinzu kommen noch 3 Minijobber.
An Veranstaltungen, wie der Hamburger Hafengeburtstag, oder bei einigen Stadtteilfesten hat er auch schon teilgenommen, doch die Randbedingungen sind heute unattraktiv geworden, so dass er nur noch an Veranstaltungen in Husum und direkt vor Ort in Marne teilnimmt.

Welche Produkte verkaufen Sie denn?
In erster Linie Torten, da ich Konditormeister bin, aber inzwischen backe ich auch Brot und Brötchen, wobei der Kuchen meinen Hauptumsatz darstellt. Alle Produkte, die ich verkaufe, stelle ich selbst her. Immer wieder entwickle ich auch neue Kreationen wie zum Beispiel meine Schleswig-Holstein-Torte.
Gibt es einen persönlichen Lieblingskuchen?
Ja, den Bienenstich, den ich nach einem uralten Konditoren-Rezept herstelle. Diese Produktion funktioniert in einem Großbetrieb nicht ohne Geschmacksverlust, sagt er selbstbewusst, denn die Mandelkruste muss kross sein, sonst schmeckt es nicht. Bei mir kommen alle Torten und Kuchen täglich frisch aus der Backstube und sind dann wenig später auf dem Wochenmarkt bei unseren Kunden. Auch beim Backen der Brötchen hat er ein Geheimrezept, denn in der Holsteiner Backstube werden sie in einem "uralten" Ofen gebacken, den er mit dem Erwerb des Marner Cafes übernommen hatte. Seine Brötchen werden ohne sogenannte Gärunterbrecher produziert. Das Ergebnis sind Brötchen, die einerseits knusprig sind und andererseits länger aufbewahrt werden können, was die Kunden sehr schätzen, berichtet Harald.
Der etwas andere Online-Shop
Vor zwei Jahren starteten die Kremers zusätzlich mit einem Online-Shop. Nicht um die bestellte Ware zu versenden, sondern um ihren Kunden auf dem Wochenmarkt die Wartezeit und damit den Einkauf zu erleichtern. Es funktioniert so: Im Online-Shop gibt der Kunde seine Kaufwünsche auf, nennt den Wochenmarkt und die Uhrzeit, wann er abholen möchte. Diese Planungssicherheit ist für uns und für den Kunden ideal. Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung, sagt Harald.
Was bedeutet Ihre Arbeit für Sie?
Erfüllung! Ich bin gern Konditor und sehr gern selbständig, meine Frau übrigens ebenso. Wir arbeiten 60-70 Stunden pro Woche, für das ist für mich einfach schön! Wenn ein Kunde, der mich, auf einem neu beschickten Wochenmarkt, entdeckt und sagt: Das wurde aber auch mal Zeit, dass Sie auch hierher kommen mit Ihren Torten und Brötchen, dann macht mich das glücklich und bestätigt mir meine Entscheidung. Solche Erlebnisse gibt es nur auf dem Wochenmarkt.
Mit welchen beruflichen Themen setzen Sie sich zurzeit auseinander?  
Wir fühlen uns wohl auf Hamburgs Wochenmärkten, wollen aber nicht nach Hamburg ziehen, da uns das Haus in Marne gehört. Die ehemalige Fläche des Cafes haben wir vermietet und der Backstube entstehen meine Leckereien. Mich beschäftigt das Thema Personalbeschaffung. Es ist sehr schwierig passende Mitarbeiter zu finden und wir haben einen permanenten Draht zum Jobcenter "offene Stellen". Mit der Materialbeschaffung habe ich bislang keine Probleme, da ich ich via Bäko (Bäcker- und Konditoren Einkaufsgenossenschaft) meinen Einkauf organisiere, allerdings ist der Mehlpreis in 1,5 Jahren um 100 % gestiegen, bemerkt er.
Mussten Sie die Preise erhöhen?
Ja, als der Gas- und Strompreis hochschoss und auch da die Materialkosten gestiegen sind. Aber das habe ich nicht 1:1 weitergegeben, es muss auch bezahlbar bleiben für den Kunden, also habe ich nur leicht erhöht.
Sind sie in einem Berufsverband organisiert?
Ja, war ich immer. Bislang im Dehoga (Deutscher Hotel-und Gaststättenverband), dort auch als Vorsitzender für den Bereich Brunsbüttel/Marne und zudem im Konditorenverband. Zeitlich ist es mir zu viel geworden, deshalb meine Austritte. Wichtig wird für mich nun der LAGS Hamburg (Landesverband des Ambulanten Handels und der Schausteller) dem ich beitreten werde.
Was erwarten Sie von ihrem Berufsverband?
Da ich die Verbandsarbeit gut kenne und sehr schätze weiß ich, was ein Verband bewirken kann und möchte es unterstützen.
Auf welchen und wie vielen Wochenmärkten arbeiten Sie? 
Zurzeit auf 15 Wochenmärkten in Hamburg.
Haben Sie Freude an ihrem Beruf und würden ihn wieder wählen?
Immer wieder! Ich wollte immer mein eigener Herr sein. Die Selbständigkeit schwebte mir schon als junger Mensch vor. Frühes Aufstehen war für mich nie ein Hindernis. Übrigens der Bäcker fängt nachts um 24 Uhr an zu arbeiten, während der Konditor erst gegen 4 Uhr morgens loslegt.
Würden Sie jungen Menschen zu diesem Beruf raten?
Ja, zum Handwerk – immer wieder!
Wie schätzen Sie die Zukunft der Wochenmärkte in 10 Jahren ein?
Ich rechne mit Schwierigkeiten. Es wird weniger Wochenmärkte geben, da die Anforderungen an Betreiber immer höher werden und die bürokratische Arbeit wird immer umfangreicher. Ich habe dafür extra eine Bürokraft zur Bewältigung der vielfältigen Aufgaben engagiert, denn es ist ein Zeitproblem, allein schafft man es nicht, sagt Harald und führt weiter aus: Mitarbeiter in Behörden können nicht einschätzen was und wieviel Arbeit beim Selbständigen anfallen. Das liegt daran, dass sie keine Praxisnähe haben! Es fallen an: Einkauf dokumentieren, Arbeit der Angestellten in der Backstube dokumentieren, hinzu kommen die Kontrollen: Hygiene-Kontrolle, Berufsgenossenschaft, Gewerbeaufsicht …. Das will kein junger Mensch mitmachen…
Es muss sich etwas ändern, ein Strukturwandel, sollte her! Neue Geschäftsideen und kleinteilige Betriebe müssen gefördert werden! Im Großbetrieb geht die Individualität verloren und deshalb können Ideen nicht umgesetzt werden.
Ich fordere von meinen Mitarbeitern, dass sie selbständig mitarbeiten und sich dabei frei in ihren Entscheidungen fühlen. Ein weiteres Problem ist, dass es für ältere Beschicker ggf. keinen Nachfolger gibt.

Was bedeutet geschäftlicher Erfolg für Sie und hatten Sie einen Förderer/Unterstützer?
Meine einzelnen Berufsstepps haben sich ergeben, so wie eben die Teilnahme an der Grünen Woche, die schließlich der Schlüssel zu meiner heutigen Wochenmarkt-Tätigkeit wurde. Nein, Unterstützer hatte ich nicht, ich habe mir alles selbst erarbeitet.
Wie haben Sie die Corona-Pandemie erlebt?
Es war vorteilhaft für das Geschäft, weil die Wochenmärkte sehr gefragt waren. Und privat ist bei uns niemand erkrankt.
Hat sich ihre Arbeit und ihr Leben nach der Corona-Pandemie verändert?
Ja, wir haben einen positiven Geschäftssprung nach oben gemacht. Anfangs hatte ich mir Sorgen gemacht, ob und wie es für uns laufen würde. Aber das war unnötig, der Verkauf auf dem Wochenmarkt funktionierte und funktioniert super! Er fügt hinzu:
Ich vermute, die Menschen haben in der Pandemiezeit die Wochenmärkte neu entdeckt.
Ganz persönlich… haben Sie noch Zeit für ein Hobby?
Meine Backstube ist mein Hobby! Es gibt eine Sache, die mir irgendwann mal als Rentner vorschwebt. Gut verpackt, zum Teil in Originalkisten liegt meine Modell-Eisenbahn. Immer wieder habe ich im Laufe der Jahre Teile hinzugekauft, hatte aber nie Zeit dafür. Das würde ich dann endlich machen, schwärmt er.
Meine Lieblingsmusik: Bei der Arbeit höre ich gern Schlager nebenbei.
Mein Lieblingsbuch: Ich lese eigentlich nicht gern, nur was nötig ist.
Mit wem würden Sie gern mal über "Gott und die Welt" diskutieren bzw.
wen würden Sie gern treffen?
Ich spreche gern mit Politikern, wie damals mit Robert Habeck, als er Landwirtschaftsminister in Schleswig-Holstein war, oder mit dem damaligen Ministerpräsidenten Harry Peter Carstensen. Beide habe ich auf der Grünen Woche kennengelernt. Das gefällt mir und würde ich gern fortsetzen. Falls Schleswig -Holstein mit einem Gemeinschaftsstand wieder an der Grünen Woche teilnimmt, bin ich gern wieder dabei!
Haben Sie einen Wunsch, eine Vision für die Zukunft?
J
a, mein Wunsch ist, dass ich gern Jemanden finden möchte, der später meinen Betreib so weiterführt wie wir es heute machen. Dafür und für Denjenigen würde ich alles tun, damit es gelingt! Meine Vision ist, dass die kleinen Unternehmen eine Zukunft haben. Betriebe wie, die der Wochenmarkt-Beschicker und Handwerksbetriebe sollen weiter bestehen können! Dazu muss man ihnen Wege zeigen, dass es funktionieren und sinnvoll sein kann - sie sollten gefördert werden! Übrigens bezieht sich das aus meiner Sicht nicht auf Franchise-Betriebe.
Zum Schluss sagt er etwas leise:
Manchmal beschleicht mich das Gefühl, ich hätte meinen Kindern doch das Handwerk ans Herz legen sollen, aber meine Frau und ich haben konsequent keinen Einfluss ausgeübt. Vielleicht war es ein Fehler? Unsere Töchter wurden Erzieherin, Bauingenieurin im Küstenschutz (sie arbeitet zurzeit an ihrer Doktorarbeit) und die dritte im Bund studiert Medizin. Selbständigkeit und Handwerk kommen für sie nicht in Frage. Wir sind trotzdem glücklich, unsere Kinder sind gut versorgt zu haben, sagt Harald in Übereinstimmung mit Sabine.

Vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch. Ihrer Holsteiner Backstube wünschen wir weiterhin Erfolg und gute Geschäfte.
Text und Fotos©Barbara Gitschel-Bellwinkel
November 2023

Mein Imbiss ist meine Berufung

Wochenmarkt

Es begann vor gut 32 Jahren, erinnert sich Gernot G.(58 ). Er war damals Student an der Uni Lüneburg, kurz vor dem Abschluss des BWL-Studiums. Um sein Studium finanzieren zu können, jobbte er auf dem Wochenmarkt bei einem Obst & Gemüsehändler. Als gegenüber der Imbissstandbesitzer einen Nachfolger suchte interessierte er sich sehr für das Prozedere und stellte viele Fragen. Der Übernahmekandidat sei schon ausgemacht wurde ihm gesagt, aber 2 Monate

später zeigte sich, dass der Deal geplatzt war. Sozusagen über Nacht wurde der junge Student zum möglichen Anwärter auserkoren. Über dieses Angebot musste Gernot G. nicht lange nachdenken, denn er war sich bereits klar, dass ihm hier sein geheimer Herzenswunsch offeriert wurde. Doch wie kann das umgesetzt werden, wenn die Taschen als Student bekanntermaßen chronisch leer sind und die Bank müde abwinkt? Dank der Unterstützung zweier Wochenmarkthändler, die auf seine Ambition und sein Können setzten, wurde eine Finanzierung auf die Beine gestellt und Gernot G. startete in seine Berufslaufbahn, die sofort mit 4 Markttagen begann. In den folgenden drei Jahren meldete er sich noch stets bei der Uni zurück, schließlich fehlte ihm nur die Abschlussarbeit. Doch die tägliche Arbeit in seinem Imbiss nahm ihn sehr in Anspruch, gepaart mit der Erkenntnis, dass ein Uni-Zertifikat jetzt nicht mehr hilfreich sei. Und bei dieser Erkenntnis sollte es bleiben, denn bis heute berichtet Gernot G. würde er genauso wieder entscheiden und habe es nie bereut. Ja, er wurde im Laufe der Jahre mehrfach gepiesackt, ob seine Berufswahl richtig gewesen sei, dazu fällt ihm der Tipp seiner leider sehr früh verstorbenen Eltern ein, an den er sich gern erinnert:
Wenn du etwas unbedingt möchtest, musst du es realisieren! Und so nahm es seinen Lauf.
Heute lebt und arbeitet er gemeinsam mit seiner Partnerin Christine V., deren ursprünglicher Beruf Steuerfachgehilfin ist, in Hamburg, während ihr Sohn im Ausland Psychologie studiert.
Womit begeistert Gernot G. seine Kunden? 
Da sind zunächst meine Klassiker, erzählt er. Currywurst mit Pommes, gefolgt von meinen selbstgemachten Frikadellen, Nudel-und Kartoffelsalat, oder einem alten Bekannten dem Schaschlik. Die selbstgesteckten Spieße biete ich mit eigenen Saucen-Kompositionen, ganz nostalgisch, so wie früher, an!
Hinzu kommen meine Topseller, die hausgemachten Eintöpfe. Inzwischen habe ich 83 verschiedene, eigene Kreationen im Angebot, wie zum Beispiel den Topf Hawai, aber auch vegetarische oder vegane Suppen. Mit jedem Wochenbeginn wechsele ich das Eintopf-Angebot. Meine Experimentierfreude hat mich unter anderem schon zu „Döner meets Currywurst“ oder „Chocolate-Chili“ verleitet. Wenn’s dann schmeckt, ist’s o.k.
Ich koche 3 x wöchentlich frische Eintöpfe vor, wobei ich die meisten Zutaten bei Kollegen auf dem Wochenmarkt kaufe. Die letzte Aufbereitung der Eintöpfe findet am Imbissstand statt. Um alles bewerkstelligen zu können habe ich eine große Küche und ein Lager am Hamburger Schlachthof. Übrigens kommt meine Suppen-Vorhersage richtig gut an, sie klebt am großen Kühlschrank und ist eine meiner Ideen, um die Kunden auf das Angebot in der kommenden Woche zu lenken.
Während der Corona-Zeit haben mich die Eintöpfe sozusagen gerettet. Der Geschäftseinbruch war riesig. Am Stand durfte ja nicht verzehrt werden, gestattet war nur die Mitnahme von Speisen. Zum Glück habe ich sehr treue Kunden, die meine Eintopf-Gerichte gekauft und verpackt mitgenommen haben.
Persönlich sind wir gut über die Runden gekommen, denn auf dem Wochenmarkt waren wir sicher und haben uns nicht angesteckt. Es erscheint mir in der Nachbetrachtung wie ein böser Spuk, der nun hoffentlich für immer vorbei ist. Übrigens durften wir erst 3 Monate später wieder Speisen ausgeben, im Vergleich zu Restaurants, die schon längst wieder geöffnet hatten!
Mit welchen beruflichen Themen setzen Sie sich zurzeit auseinander?  
Sorge macht mir das Nachwuchsproblem, denn ich beobachte wie gravierend die Personalnot bei meinen Nachbarständen ist. Hinzu kommt die politisch gewollte Problematik, dass beispielsweise eine Untervergabe eines Wochenmarktstandes nicht erlaubt ist, auch nicht in einem vorübergehenden Notfall. (Anmerkung: bezieht sich auf den Hamburger Isemarkt) Es gibt ständig neue Verordnungen, die zu erfüllen sind, die jedoch keine Verbesserung bringen. Wenn sich die Politik nicht kümmert, verkümmert der Wochenmarkt, denn es werden Kunden verloren gehen, wenn nichts passiert!
Die derzeitig allgegenwärtigen Themen Biokost und Regionalität erlebe ich an meinem Imbissstand kaum. Meine Kunden kennen mich und wissen, dass ich frische Produkte verwende. Für vegetarische und vegane Angebote habe ich zurzeit nur eine kleine Nachfrage, doch ich bin sicher, dass wird sich noch verändern.
Was bedeutet Ihre Arbeit für Sie?
Ich bin ausgesprochen gern mit Menschen zusammen, genieße es auch bei schlechtem Wetter und freue mich über jeden Besuch. Manchmal merke ich mein Alter, die Knochen sind dann schwer. Wir machen ja alles zu Zweit und haben nur eine Aushilfe im Verkauf, doch insgesamt bin ich immer noch Feuer und Flamme für meinen Beruf.
Was möchten Sie jungen Menschen auf den Weg geben, die sich für den Wochenmarkthandel interessieren?
Wer Lust darauf hat, zudem mit Menschen umgehen mag, außerdem flexibel ist und sich durch Außerplanmäßiges nicht umhauen lässt, ist hier richtig; man kann sich verwirklichen. Er oder sie sollte bereit sein, ständig in Bewegung zu bleiben, denn Stillstand ist kein guter Berater, man muss sich immer wieder um Erweiterung und Veränderung des Sortiments kümmern. Die angebotene Ware muss immer tipptopp sein, nur so kann man sich auf dem Wochenmarkt behaupten. Auch möchte ich davor warnen, sich die Geschäftsausstattung in einer Light-Version anzuschaffen, a la Billighänger aus China. Es sind meist klapprige Dinger, die hier etliche Probleme bereiten, denn bei uns gelten nun mal andere, strenge technische Regeln und außerdem, wenn der erste große Sturm kommt, fliegen sie vielleicht davon! Natürlich ist vorab auch zu bedenken, mit welchem Angebot der Handel aufgebaut wird. Der soundsovielte Kaffeestand oder Exotisches sind vielleicht momentan interessant, aber hält die Idee für einen längeren Zeitraum?
Es ist auch ratsam sich im Berufsverband zu engagieren. Das habe ich nahezu mit Beginn meiner Tätigkeit gemacht, denn mit Hilfe des Verbands kann politische Einflussnahme gelingen, etwa auf kuriose unverständliche Entscheidungen der Hamburger Bezirke, die sich tatsächlich voneinander unterscheiden. Das ist für mich insofern interessant, da meine beschickten Wochenmärkte verschiedenen Bezirken zugeordnet sind.
Wie schätzen Sie die Zukunft der Wochenmärkte in 10 Jahren ein?
Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es den klassischen Wochenmarkthandel, wie wir ihn heute erleben, dann nicht mehr geben wird bzw. dieser anders aussieht. Ich vermute, der Wochenmarkt wird mehr Veranstaltungs-Charakter erhalten, also mit zahlreichen gastronomischen Angeboten und weniger klassischen Nahversorgern. Außerdem gehe ich davon aus, dass es die Billigschiene & Co. bis dahin nicht überleben wird.
Gab es ein besonderes Erlebnis im Laufe ihrer Berufstätigkeit?
Ich hatte viele tolle Erlebnisse, an die ich heute gerne zurückdenke. Bis 2013 habe ich neben den Wochenmärkten auch noch an vielen Veranstaltungen, wie dem Alstervergnügen und dem Hafengeburtstag, teilgenommen. Auf eine harte Probe wurde ich gestellt, kurz nachdem ich mich selbständig gemacht hatte, als ich gebeten wurde auf einem Musikfestival in Schleswig-Holstein Würstchen anzubieten. Also besorgte ich 15.000 Würstchen, löste meine Logistikprobleme und auf ging’s. Die Veranstaltung wurde dann von 765 jungen Leuten besucht, was für eine Fehleinschätzung der Veranstalter und damit meiner Planung! Nun hieß es kreativ werden, denn die Rückgabe der Würstchen war nicht möglich. Zum Glück gelang es mir die vielen Würstchen vor Vernichtung zu retten und sie lebensmittelgerecht zu lagern. Fortan zog ich sukzessive meinen Bedarf für den Wochenmarkt ab. So gelang es mir, nicht pleite zu gehen!
Und privat, haben Sie eigentlich noch Zeit für ein Hobby?
Ich mache regelmäßig Sport, insbesondere Rückenübungen, und wenn wir mal verreisen, dann gern weit weg nach Thailand oder zum Beispiel nach Malaysia. Gern würde ich Australien bereisen, doch dazu braucht es Zeit…

Vielen Dank für das nette Gespräch, im März 2023
Text und Foto©Barbara Gitschel-Bellwinkel

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